Aufsätze aus der "Düsseldorfer Debatte" Texte von Georg Fülberth, Franziska Wiethold, Helmut Ridder, WRL u.a.

15. Januar 1986

Michael Springer: Wissenschaft, Technik, Intelligenz

Filed under: Michael Springer — Doku-Nw. @ 20:28

http://dddoku.blogsport.eu/files/2016/06/m_springer_wissenschaft_dd_1-86.pdf

Helmut Ridder: Zur Korrektur deutsch-juristischer Mutmaßungen über die „Friedensstaatlichkeit“ der und in der Bundesrepublik Deutschland

Filed under: Helmut Ridder — Doku-Nw. @ 17:35

Zahlen in eckigen Klammern bezeichnen die entsprechenden Seiten in der Düsseldorfer Debatte 1/1986.

[3] I. Was man – mit einem zwar schiefen, aber geläufigen und deshalb hier benutzten Ausdruck – so als den „Tenor“ der uns gedruckt vorliegenden Legende zu dieser Veranstaltung1 („Friedensstaatlichkeit – Rechtsordnung und Friedenssicherung in der Bundesrepublik Deutschland“, Tagung in der Evangelischen Akademie Hofgeismar, 29. Nov.-1. Dez. 1985) bezeichnen könnte, läßt sich komprimiert etwa so wiedergeben: Gesetze und Verträge, Recht und Rechtsordnung überhaupt, haben bislang kaum, viel- [4] leicht nichts, zur effektiven Friedenswahrung und Kriegsverhinderung beitragen können. Warum? die „Jurisprudenz“, deren „grundlegende Aufgabe“ die „Friedens­sicherung“ ist, hat ihr Soll nicht erfüllt; helfen wir ihr also auf die Sprünge – wir, die wir teils Juristen, und zum anderen Teil, als Nicht-Juristen also, am Ende gar die besseren Juristen sind! Am besten und nachhaltigsten dadurch, daß wir die „Jurisprudenz“ einschwören auf die „Friedensstaatlichkeit“, den zu Unrecht unbenannten und latent gebliebenen Leitstern von Recht und Verfassung überhaupt: „Justitia et pax osculantur!“, wie auf einer wunderschönen mittelalterlichen Medaille auch bildlich veranschaulicht!

Lassen wir dahingestellt, ob die beiden hohen Frauen sich in der realen europäischen Geschichte je geküßt haben (und wenn ja, warum? wenn aber nein, warum nicht?); und seien wir dafür um so sicherer, daß einer von dieser erhabenen Vision beflügelten Initiative zur Ergänzung des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland (im Verfahren nach Art. 79 GG) kaum unüber­windliche Hindernisse im Wege stehen würden, dem Vorschlag also, Art. 20 Abs. 1 GG solle in Zukunft lauten: „Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundes- und Friedensstaat“ („friedliebender Staat“ geht ja nicht, weil „friedliebend“ durch die da im Osten negativ besetzt ist, die nach der Vorstellung der politischen Klasse – und danach auch von Hinz und Kunz – in diesem unserem Lande „friedliebend“ sagen, wenn sie nach dem Dolch, mindestens nach dem Dolch der Subversion greifen …).

Was das wohl brächte? (more…)

  1. Siehe oberen Teil der vorstehende Bilddatei, dddoku []

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